Welche BG ist für mich zuständig und was muss ich beachten?

Bei der Eintragung ihrer Firma sollten Sie bereits einer BG zugewiesen worden sein. Folgende Berufsgenossenschaften finden sich in Deutschland:

  • Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie
  • Berufsgenossenschaft Holz und Metall
  • Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
  • Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe
  • Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft
  • Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik
  • Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
  • Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation,
  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege

Die Erste-Hilfe Richtlinien werden durch die DGUV gegeben, jedoch ist die Ihnen zugeteilte BG dazu befähigt Ihren Betrieb auf die Einhaltung der Richtlinien zu kontrollieren und Sie gegebenenfalls bei Missachtung dieser zur Behebung des Umstandes auffordern oder den Betrieb bis zur Behebung stilllegen. Hierzu der Wortlaut aus der DGUV Vorschrift 1 § 11:

Maßnahmen bei Mängeln

Tritt bei einem Arbeitsmittel, einer Einrichtung, einem Arbeitsverfahren bzw. Arbeitsablauf ein Mangel auf, durch den für die Versicherten sonst nicht anzuwendende Gefahren entstehen, hat der Unternehmer das Arbeitsmittel oder die Einrichtung der weiteren Benutzung zu entziehen oder stillzulegen bzw. das Arbeitsverfahren oder den Arbeitsablauf abzubrechen, bis der Mangel behoben ist.“

DGUV Vorschrift 1 § 11

Bestimmungen der DGUV

Für den Bereich der Ersten Hilfe ist besonders der dritte Abschnitt der DGUV Vorschrift 1, hier handelt es sich um § 24 bis § 28, ausschlaggebend und zeigt Ihnen als Unternehmen, sowie Ihren Mitarbeitern Pflichten auf, die Sie im Zuge des Arbeitsschutzes und der Ersten Hilfe im Betrieb zu erfüllen haben.

Allgemeine Pflichten des Unternehmers:

  • Sie sind dazu verpflichtet, dass in Ihrem Betrieb, zur Ersten Hilfe und zur Rettung aus Gefahr, die erforderlichen Einrichtungen und Sachmittel sowie das notwendige Personal zur Verfügung stehen.
  • Sie als Unternehmer haben, sobald ein Unfall sich ereignet, eine unverzügliche Leistung der Ersten Hilfe bzw. eine erforderliche ärztliche Versorgung zu Veranlassen.
  • Auch der sachkundige Transport eines Verunglückten in Ihrem Betrieb obliegt Ihren Pflichten.
  •  Im Rahmen Ihrer Möglichkeiten als Unternehmer, haben Sie dafür zu sorgen, dass eine verunglückte Person, je nach Art der Verletzungen, bei einem Durchgangs- oder Facharzt vorstellig wird. In notwendigen Fällen auch dafür, dass der Verunglückte in ein Krankenhaus überführt wird.
  • Des Weiteren müssen Sie durch Aushänge im Betrieb auf Erste Hilfe Maßnahmen (Angaben zu Notruf, Erste-Hilfe- und Rettungs-Einrichtungen) hinweisen und diese müssen aktuell gehalten werden.
  • Die Dokumentation aller Erste-Hilfe-Leistungen müssen Sie als Unternehmer gewährleisten. Diese sind mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren und vertraulich zu behandeln.

Erforderliche Einrichtungen und Sachmittel:

  • Unter Berücksichtigung der betrieblichen Verhältnisse sind Sie als Unternehmer dazu verpflichtet durch Meldeeinrichtungen und andere organisatorische Maßnahmen die Möglichkeit zu bieten, dass unverzüglich Hilfe herbeigerufen werden kann und zum Einsatzort geleitet werden kann.
  • Auch das Mittel zur Ersten Hilfe jederzeit schnell zu erreichen sind, obliegt Ihren Pflichten. Diese sollten sich in geeigneten Behältnissen befinden und vor Schäden durch Außeneinwirkungen geschützt sein. Auch sollte das notwendige Material in ausreichender Menge stets vorhanden sein.
  • Rettungsgeräte, sowie –transportmittel sollten von Ihnen je nach betrieblichen Verhältnissen bereitgehalten werden.
  • Ein Erste-Hilfe-Raum ist zwingend notwendig, wenn Sie
  • mehr als 1000 bei der BG/DGUV versicherte Mitarbeiter haben.
  • weniger als 1000 Mitarbeiter, aber mehr als 100 Versicherte und die Unfallmöglichkeiten einen solchen Raum erfordern.
  • auf einer Baustelle mehr als 50 Versicherte beschäftigen. Diese Bestimmung gilt auch, wenn Sie arbeiten an Drittunternehmen weiter vergeben haben.

Zahl und Ausbildung der Ersthelfer:

Sie als Unternehmer haben dafür zu sorgen, dass genügend Ersthelfer zur Verfügung stehen

  • Bei 2 – 20 anwesenden Versicherten benötigen Sie einen Ersthelfer
  • Bei mehr als 20 Versicherten gilt folgende Staffelung:
    • In Verwaltungs- und Handelsbetrieben müssen 5 % der versicherten Belegschaft Ersthelfer sein
    • In allen anderen Betrieben müssen 10 % der versicherten Belegschaft zum Ersthelfer ausgebildet sein.

Von dieser Regelung kann mit Zustimmung des Unfallversicherungsträgers abgewichen werden.

  • Es dürfen nur ausgebildete Ersthelfer eingesetzt werden. Die Ausbildung kann nur durch eine von der BG zugelassenen Stelle vollbracht werden.
  • Ersthelfer müssen in der Regel in einem Zeitraum von 2 Jahren nach der letzten Ausbildung oder Fortbildung wieder geschult werden um weiterhin als Ersthelfer eingesetzt werden zu können
  • Arbeiten Sie im Unternehmen mit Gefahrstoffen, die nicht Gegenstand der Ausbildung zum Ersthelfer sind, dann sind Sie als Unternehmer verpflichtet für die erforderlichen zusätzlichen Aus- und Fortbildungen zu sorgen

Zahl und Ausbildung der Betriebssanitäter:

  • Es wird mindestens ein Betriebssanitäter benötigt, wenn
  • In Ihrem Unternehmen mehr als 1500 Versicherte nach § 2 Absatz 1 Nummer 1 SGB VII anwesend sind.
  • Sie weniger als 1500 Mitarbeiter, aber mehr als 250 Versicherte beschäftigt haben und Art, Schwere und Zahl der Unfälle den Einsatz von Sanitätspersonal erfordern.
  • auf einer Baustelle mehr als 100 Versicherte beschäftigen. Diese Bestimmung gilt auch, wenn Sie arbeiten an Drittunternehmen weiter vergeben haben.

Von dieser Regelung kann mit Zustimmung des Unfallversicherungsträgers abgewichen werden.

  • Betriebssanitäter dürfen nur durch von den Unfallversicherungsträgern zugelassen Stellen ausgebildet werden
  • Die Ausbildung des Betriebssanitäters gliedert sich in
  • Einen Grundlehrgang
  • Einen Aufbaulehrgang

Nur ausgebildete Kräfte dürfen vom Betrieb als Betriebssanitäter eingesetzt werden.

  • Um an einem Aufbaulehrgang teilzunehmen, darf der Grundlehrgang der dafür vorgesehenen Kraft nicht länger als zwei Jahre zurückliegen.
  • Das Unternehmen ist dazu verpflichtet Betriebssanitäter regelmäßig innerhalb von drei Jahren bei den dafür vorgesehenen Stellen fortbilden zu lassen.

Unterstützungspflichten der Versicherten:

  • Die Versicherten sind verpflichtet sich zum Ersthelfer ausbilden zu lassen und in der Regel innerhalb von zwei Jahren fortbilden zu lassen. Der Versicherte muss dieser Pflicht nicht nachkommen, wenn persönliche Gründe diesem im Weg stehen.
  • Versicherte haben Unfälle unverzüglich zu melden, sollten Sie dazu nicht mehr imstande sein überträgt sich diese Pflicht auf den nächsten Betriebsangehörigen, der vom Unfall erfährt.

Welche Materialien kann ich bei der BG anfordern?

Infomaterialien, sowie Plakate für den Betrieb können Sie jederzeit bei der für Sie zuständigen BG anfordern. Hierzu müssen Sie nur auf die Webseite Ihrer BG gehen und dort die entsprechenden Inhalte aufsuchen. Auch finden Sie auf den entsprechenden Seiten alle Publikationen der BG und DGUV. Die neuesten Informationen zu Veränderungen des in den Statuten oder Vorschriften der BG oder DGUV werden dort meist auf den Startseiten angeboten.

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