Eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags zur Ausbildungssituation in Unternehmen ergab, dass 34 % der befragten Unternehmen Ihre Ausbildungsstellen nicht vollständig besetzen konnten. Im Baugewerbe konnten sogar 45 % der Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze besetzen.

Dies sind natürlich erschreckende Zahlen, die aber, wie in unserem Beitrag „Azubimangel im Handwerk“ erklärt, auf den Trend zu höheren Bildungsabschlüssen und die höhere Stellung geistiger Arbeit im Gegensatz zu körperlicher Arbeit in unserer Gesellschaft zurückzuführen sind. Die Wertschätzung des Handwerks fehlt leider immer mehr.

Hier sind auch Sie als Betrieb gefragt. Zusätzlich zu den geforderten Veränderungen im Bildungssystem können auch Sie einiges tun, um bei potenziellen Azubis besser anzukommen.

Tipps und Tricks

  • Erkennen Sie Ihre Position.
    • Um optimal Azubis werben zu können, sollten Sie zuerst einmal die Position Ihres Betriebs bestimmen. Je besser Sie einfache Fragen, wie „Was für ein Unternehmen sind wir?“, „Welche Kultur herrscht vor?“, „Wen suche ich?“ und weitere beantworten können, umso leichter wird es Ihnen fallen, die richtige Anzeige zu formulieren. So bieten Sie einem potenziellen Azubi schon mehrere Anhaltspunkte sich genau bei Ihrem Betrieb zu bewerben.
  • Seien Sie flexibel.
    • Versuchen Sie auf die Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen. Zum Beispiel könnten Sie den Jugendlichen bei schlechter ÖPNV-Anbindung an dessen Wohnort einfach abholen.
  • Bieten Sie Zusatzangebote.
    • Immer mehr Betriebe setzen auf zusätzliche Inhalte in der Ausbildung, als Beispiel, sei die Möglichkeit eines Praktikums im Ausland genannt.
  • Kooperieren Sie mit Schulen in Ihrer Nähe. 
    • Bieten Sie in Kooperation mit Schulen Praktika oder Projekttage an und erklären Sie so, was in der Ausbildung erwartet und gelehrt wird.
  • Werben Sie Studienabbrecher. 
    • Nahezu jede/r dritte Bachelor Student/in bricht ab und Sie haben somit die Chance auf einen guten, motivierten Azubi.
  • Bieten Sie Betriebswechslern eine Chance. 
    • Es gibt viele Gründe, warum ein junger Mensch während der Ausbildung den Betrieb wechseln möchte. Wichtig hierbei, kontaktieren Sie nicht den aktuellen Ausbildungsbetrieb des Azubis. Gefährden Sie nicht dessen momentane Position es sei denn, Sie sind bereit diesen einzustellen, komme, was wolle.

Gibt es Richtlinien, wie eine erfolgreiche Stellenanzeige aussehen muss?

Nein, es gibt keine besonderen Richtlinien. Erlaubt ist was gefällt. Aber Achtung!
Die Anzeige muss nicht nur Ihnen gefallen, sondern vor allem dem potenziellen Auszubildenden.

Wir haben für Sie einmal eine Musterstellenanzeige erstellt. An diesem Beispiel können Sie sehen, wie man junge Menschen heutzutage ansprechen kann.

Stellenanzeige für eine Ausbildung zum Zimmerer

Mit einem flotten Spruch können Sie die erste Aufmerksamkeit auf die Anzeige ziehen.
Hier im Beispiel wird dem potenziellen Azubi mit einem kostenlosen Führerschein, ein Bonus geboten.

Wir empfehlen hier, auf professionelle Mediengestalter zurückzugreifen. Damit die Gestaltung der Anzeige auch ordentlich und professionell aussieht.

Wo bewerbe ich mein Ausbildungsangebot sinnvoll?

Dank der modernen Technologien, sozialen Medien und dem Drang dauerhaft vernetzt zu sein, gibt es mehrere Möglichkeiten für Sie sich und Ihr Ausbildungsangebot optimal zu bewerben.

Wir empfehlen Ihnen:

  • Nutzen Sie das Lehrstellenradar der Handwerkskammer beziehungsweise die IHK-Lehrstellenbörse oder die Jobbörse der Agentur für Arbeit.
  • Nutzen Sie die sozialen Medien um viele Jugendliche zu erreichen. Mehr erfahren Sie hierzu in unserem Beitrag „Social Media im Handwerk“.
  • Auch ein klassischer Aushang in Universitäten/Hochschulen kann Ihnen einige Bewerbungen einbringen.